NEWS: ab 03/04.2018 erneute Umfrage zu Barrieren, diesmal in bebilderter Leichter Sprache!

Kita-Modell

Projektkonzept - Mini-Club mit Eltern-Cafe

Stand: 11.2016 Konzeptionierung eines Modellprojektes - Finanzierung bisher ungelöst.

Gruppengröße: Je nach Größe und dem Aufbau der Immobilie (Autisten in inklusiver Gemeinschaft mit anderen individuellen Kindern)
Alter: 2-7 Jahre
Modell: MiniClub mit ElternKindCafe
Zeit: 8-17:00 Uhr Mo-Fr 
Quadratmeter pro Kind: 12

Wir setzen mit diesem Projekt eine Maßnahme um, wie sie im Alltag der Kinder des Kitaalters Inklusion bedeuten kann, als das gleichberechtigte Spielen, Lernen und Begegnen aller Kindern in ihrer Individualität, in einer Spielgruppe, so der Grundgedanke. Während früher Kinder die unter behindernden Umständen leben ausschließlich in separierenden Einrichtungen Begegnung erfuhren, hat die gemeinsame Bildung und Erziehung von allen Kindern unter Barrierefreiheit jetzt Vorrang. Inzwischen leben mehr als die Hälfte aller Kinder die früher der Separation unterlagen barrierefrei in Kitas zusammen. Um auch für Autisten dies zu ermöglichen und den Weg aus der Integration zu finden, sind allerdings noch gewisse Anpassungen notwendig, die wir in diesem Konzept mit bedenken und umsetzen. Ein Inklusions-Assistent gewährt die wissenschaftliche Begleitung im Bereich der Rehabilitationspädagogik. Dies findet in enger Zusammenarbeit mit dem Modellteam statt, in dem Interessenvertreter autistischer Gruppen am Projekt mitwirken. Wichtige Fragen können dadurch geklärt werden, sowie Erfahrungswerte mit eingebracht.

Das Konzept des Mini-Clubs mit Eltern-Kind-Cafe erkennt die Individualität jedes Kindes, sowie die Verschiedenheit der Kinder innerhalb einer Spiel- und Lerngruppe an und sieht darin eine Bereicherung. Alle Kinder werden, unabhängig von Beeinträchtigungen oder behindernden Umständen, die Förderung und Unterstützung im Sinne der Biodiversität bekommen, die sie für eine gesunde Entwicklung benötigen. Dabei werden sie vollständig in die Gemeinschaft einbezogen. Hierbei gilt es Notwendiges zu organisieren, um die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes zu wahren und eine Entwicklungsumgebung ihrer Potentiale zu ermöglichen, in der das Recht auf Inklusion wahr genommen werden kann. 

Räume

Vorflur (mit Garderobenschrank)
Aufenthalts-Raum 
Cafe-Raum
Kochnische (für die Eltern)
Toilette (behindertenfreundlich zur Rollstuhlnutzung)
Raum der Stille / Rückzugsraum
Garten

Raumgestaltung

Allen Räumen gemeinsam wird eine barrierefreie Gestaltung sein, wie sie für teilnehmende Kinder die unter behinderden Umständen leben bekannt sind. Auch jene die für Autisten notwendig ist, damit sie Inklusion erfahren können. Wir sehen hierfür als mindestens notwendig:

  • Vorhänge / Sichtblenden vor Fenstern, die bei Bedarf geschlossen werden können (um bewegte Objekte vor den Fenstern zu vermeiden)
  • blinkende Lampen sollten vermieden werden oder abschaltbar sein (Autisten haben mit blinkenden Lichtern in manchen Situationen Probleme)
  • symmetrische Muster wie Streifen oder Karos sollten vermieden werden (sie stellen für Autisten K.O.Muster dar, die sie handlungsunfähig machen können)
  • HochglanzFlächen sollten vermieden werden (Autisten sind häufig lichtempfindlich und reagieren stark auf Reflexionen)
  • Licht sollte dimmbar und abschaltbar sein (auch hier wegen der Lichtempfindlichkeit)
  • Spiel- und Lernmaterial, sowie anderes sollten aus dem Blickfeld entfernbar sein, z.B. in Kisten oder geschlossene Schränke verstaut (zu viele Details im Raum können verwirren, ein fester Platz dafür ist notwendig der Ordnung und Orientierung wegen)
  • Schallvermeidung durch Teppich, Vorhänge etc. (wegen häufig auftretender akustischer Hochsensibilität, Unternehmen beauftragen dies zu optimieren)
  • Verzichten auf Neonröhren und Trafos; sollten Trafos/Netzteile nicht vermeidbar sein, sollten diese absteckbar sein (Autisten nehmen das Pfeifen und Brummen von Trafos verstärkt wahr)
  • gute StossLüftung der Räumlichkeit sollte möglich sein um Gerüche zu vermeiden (wegen häufig auftretender Geruchsempfindlichkeit). Ebenfalls kann zu viel Nähe zu anderen Kindern und Betreuern wegen deren Körpergeruch eine erhebliche Belastung darstellen. Dies ist zu berücksichtigen.
  • Vermeidung von Zugluft, keine Ventilatoren (wegen taktiler Hochempfindlichkeit) möglichst einheitlicher Bodenbelag (sensorische Wahrnehmung von Autisten)
  • wenige Veränderung in der Raumgestaltung (wie im Jahreskreis, die Bereiche der Veränderung müssen klar sein und keinem Bedürfnis widersprechen z.B. der Orientierung wegen)

Räumliche Gestaltung des Raumes: Raum der Stille

Es wird ein Rückzugsraum (Raum der Stille) eingerichtet, der dazu dient, dass sich das autistische Kind jederzeit dort hin begeben kann, wenn es Ruhe benötigt. Die völlige Reizregulation der Gestaltung dieses Raumes bietet hierfür einen geeigneten Rahmen. Völlig ohne Druck und Zwang kann das Kind auf diese Weise wählen, ob es am Geschehen des Cafes oder des Spielangebotes teilnehmen will, oder seine Ruhe für sich wählen möchte. Hierdurch wird das Recht auf Teilhabe gewährt und zugleich wird den gesundheitlichen Erfordernissen Rechnung getragen. Dieser Raum unterliegt keiner Zweitwidmung, damit der Rückzug in völliger Stille und Abgeschiedenheit gesichert bleibt. Er ist so gelegen, dass die Tür zu diesem Raum nicht durch andere Kinder immer wieder geöffnet werden kann. Die Begleitung in diesem Raum hat mit viel Einfühlsamkeit zu erfolgen, damit der Ruheprozess gewährleistet bleibt. Auf Einwilligung des autistischen Kindes dürfen auch andere ruhebedürftige Kinder den Raum der Stille benutzen. Allerdings müssen gebührender Abstand und Stille gewährleistet sein. Dies gilt auch für jeden der den Raum betritt, der das Vertrauen der Kinder besitzen und keine zusätzliche Barriere darstellen sollte. Vor dem Eintreten sollte angeklopft und gewartet werden, damit das Kind sich auf den Eintretenden vorbereiten kann. Die Ordnung in diesem Raum sollte weitgehend unangerührt und unkommentiert bleiben. Bei besonderer Sinnesempfindsamkeit sollte das Augenmerk auf Geräuschdämmung, Lichtdimmung, Unterlassung von Reinigungshandlungen mit Chemikalien etc. gerichtet sein.

Aufenthaltsraum

Der Spielbereich ist so eingerichtet, dass alle bekannten Barrieren der teilnehmenden Kinder bedacht und ausgeräumt werden.

In den Stauräumen befinden sich die notwendigen Utensilien, mit denen das Angebot des MiniClubs durchgeführt werden kann. Die Kinder sind zu begleiten in dem für sie großen Schritt ins Vorschulalter und damit verbundenen Veränderungen. Ein geschützter Rahmen hierfür ist zu wahren, der durch den MiniClub geboten wird. Die Kinder werden darin begleitet neue Bekanntschaften zu schließen, gemeinsam zu spielen und Wissen zu erweitern, ebenso wie sie lernen sich entscheiden zu können Bekanntschaften abzulehnen, nicht gemeinsam zu spielen und Wissen auf die Weise zu erlernen, die für das Kind ganz allein schlüssig ist. Es ist auf die individuelle Persönlichkeit zu achten, sowie das Wesen und Anliegen der Kinder ernst zu nehmen. Der Begleiter soll Unterstützung geben die Kinder zu kritischen, selbständigen und zufriedenen Menschen heranwachsen zu lassen. Die Kinder sollen lernen eigenverantwortlich zu leben und die Möglichkeit haben Resilienz in den Bereichen des Lernens, der Kommunikation sowie der seelischen und körperlichen Gesundheit zu erfahren.

ElternKindCafe

Das Elterncafe ist unter Beachtung bekannter Barrieren von Kindern die unter behindernden Umständen leben eingerichtet. Deshalb sind für Autisten im Speziellen entstehende Gerüche, ein Klangteppich durch Geräusche sowie andere Gewohnheiten zu beobachten, in der Wirkung auf die Anwesenden. Eine Couch, ein abgerundeter Tisch sowie Sessel ermöglichen es sich dort zu bewegen ohne an harten Gegenständen an zu stoßen. Die Eltern sind hier eingeladen zu verweilen. In der Kochniesche können sie sich Tee und Cafe sowie kleine Snacks zu machen. Der Kühlschrank bietet die Möglichkeit sich auch etwas kalt zu stellen.

Pädagogische Begleitung

  • Bewegungen im Umfeld können störend sein (keine Zumutung dessen)
  • Reizregulation ist zu gewähren (siehe: Ruhezustand )
  • eine Ruhige wie gewünschte Lern/ Spielumgebung ist zu gewähren
  • Diskriminierung ist durch pädagogische Maßnahmen zu verhindern
  • Unerwünschte Berührungen sind immer zu vermeiden
  • körperliche Weisungen durch Eltern oder andere Begleiter sind zu untersagen
  • Die Bedürfnisse der autistischen Kinder sind zu wahren, auch wenn sie für andere unverständlich erscheinen, die Barrieren sind hierbei zu beachten
  • Vermeidung von Druck im pädagogisch/didaktischen Bereich ist umzusetzen
  • die individuelle Kommunikations/ und Lernweise des Kindes ist zu beachten und Raum hierfür zu schaffen
  • Bedenkzeit um zu antworten muss gewährt werden, die ist durchzusetzen
  • Sachverhalte müssen zeitnah geklärt werden, dies ist umzusetzen
  • liebende und einfühlsame Zuwendung sollte ehrlich vermittelt werden können
  • eine empathische Begleitung, welche die Wahrnehmung respektiert ist vorausgesetzt
Pädagogische Ziele
 
  1. Entdeckerfreude
  2. Gestaltungslust
     
Die Eingewöhnung ist individuell zu gestalten und hat die Bedürfnisse der Kinder unbedingt zu wahren, wie im Konzept beschrieben. Die Kinder werden darin begleitet die Zusammenhänge des Lebens zu erfassen, in Verbundenheit mit anderen. Auf diese Weise erfahren sie die Möglichkeit etwas zu bewirken, zu verstehen und zu gestalten im Erkenntnis- und Selbstentwicklungsprozess.
 
In dem Mini-Club mit Elterncafe können die Kinder in eine lebendige Beziehung miteinander treten, wenn sie dies wünschen. Durch das gemeinsame Einlassen auf diesen Prozess ist es gegenseitig möglich, den anderen zu erkennen und zu entdecken. Durch dieses sich in Beziehung setzen, vergleichen, spiegeln, hineinversetzen können sie sich selbst dadurch erkennen und kennen lernen. Je intensiver die Beziehung ist, ehrlich, annehmend, liebevoll achtend, mit Respekt der Andersartigkeit gegenüber, je intensiver ist das Selbst erkennen möglich. Erst hierdurch kann ein Eröffnen der Möglichkeiten der Welt, in ihr zu leben, sie zu gestalten erkannt werden. Unter Beachtung notwendiger Faktoren in der Pädagogischen Begleitung, der barrierefreien räumlichen Gestaltung mit Rückzugsraum der Stille, sowie Wahrung der Bedrüfnisse der Kinder wird ihnen die Entwicklung von Resilienz in den Bereichen der Kommunikation, dem Lernen sowie der seelischen und körperlichen Gesundheit ebenso wie eine Entfaltung ihres Potentiales ermöglicht.
 
Eingewöhnung
 
Die wesentlichste Voraussetzung für die Eingewöhnung eines autistischen Kindes in eine Kita, ist der Wunsch und die Bereitschaft in Gesellschaft anderer Kinder sein zu wollen. Sehr häufig ist dieser Wunsch nicht von Geburt an vorhanden. Es sind sehr viele Reize, welche durch andere Kinder verursacht werden und die Welt hat auch vieles anderes zu bieten, das es zu entdecken gilt. Nicht selten kommt der Wunsch nach anderen Kindern somit erst mit 2-4 Jahren auf. Doch was tun, wenn das autistische Kind die soziale Welt außerhalb der Familie, Bekannten, Nachbarn und anderen aus dem Sozialraum, nun speziell in einer Kita für sich erleben wünscht? Dieser Wunsch ist meist erst einmal davon geprägt andere Kinder um sich haben zu wollen, gemeinsam zu sein - ohne aber mit ihnen großartig zu interagieren. Die Spielewelt lockt mit all den Möglichkeiten, in dem gemeinsamen Beisammensein. Das gemeinsame Basteln, Malen, Spielen und Toben kann als angenehm empfunden werden, aber auch zu anstrengend sein in direktem Kontakt. Oft sind die Grenzen weiter gesteckt, es braucht mehr Raum und Zeit für die Ausübung des Angebotes, das es intensiv zu erleben gilt.
 
Eskalieren die Situationen schlimmstenfalls in ungelösten Konflikten der Kinder untereinander, so werden diese Konflikte als demotivierend und hemmend erlebt was die Entwicklung hemmt, Lautstärke kann die Sprachentwicklung massiv beeinflussen ebenso wie alle anderen Reizquellen, die bis zu einer Inputsperre führen können. Aber es ist möglich die Bedürfnisse autistischer Kinder zu erkennen und sie zu wahren. Oft reicht es dann auch den Kinder nur für sich zu basteln, wenn der Raum hierfür geboten wird sich z.B. ganz seinen Seifenblasen allein zu widmen, sie eine halbe Stunde lang zu pusten und wieder einzufangen.

Aber wie also soll das gelingen, was sich für viele nicht zu realisieren anhört? Aus Erfahrungsberichten, von denen wir einige veröffentlicht haben, ist hier nun ein möglicher Weg beschrieben. Er kann als Herangehensweise, als Idee und Leitfaden gesehen werden, um auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Bisweilen steht die Entwicklung in manchen Berreichen dem scheinbar entgegen, dass ein Kitabesuch überhaupt begonnen werden kann. Ist das Vorgehen allerdings behutsam genug, kann es durchaus gelingen. Vorgefestigte Wege, Standardverfahren und bekannte "Eingewöhnungsstrategien" wie sie derzeit angewandt werden, sind hier nicht anzuraten. Es gilt neue Wege zu beschreiten, an den Bedürfnissen des Kindes ausgerichtet. Und an den Bedürfnissen der anderen Kinder in der Kita. Gemeinsam, Erzieher, Eltern und Kinder kann Inklusion gelingen, wenn auch nicht davor gescheut wird im Rahmen des Peer-Counseling erfahrene Altautisten um Rat zu fragen. Oft ist der Zeitpunkt schon erreicht an dem nach anderen Kindern Ausschau gehalten wird, aber es sind noch so manche Bereiche vorhanden, die besondere Beachtung verdienen:
  • Anfangsphase der Kommunikationsentwicklung
  • wickeln
  • Soziale Hochsensibilität
Diese drei Punkte allein enden für ein ein autistisches Kind, welches "einfach so" mitlaufen muss unter gängigen Eingewöhnungsprozessen, d.h. Kind sich selbst Überlassen, auch mit den Ängsten und Sorgen ohne vertraute Hauptbezugsperson, Anfassen durch fremde Personen, Hilflos anderen Kindern "ausgeliefert", Fremde Umgebung,... nicht so optimal bisweilen. Schlimmstenfalls bekommt das Kind so einen Schock, psychischer Natur oder aufgrund zu vieler Physischer Reize, dass es völlig zusammenbricht und sich nie wieder erholt. Doch was kann man tun, um so etwas zu vermeiden? Manches hat sich bewährt in der Heranführung kleiner Autisten an den geselligen Erlebnisort Kita:
  • Regelmäßig kommen Mutter und Kind in die Kita, für einen begrenzten Zeitraum (z.B. 1 Stunde täglich)
  • wenn das Kind nicht in die Kita möchte, wird es unter keinen Umständen dort hin gebracht
  • es findet über einen langen Zeitraum, so lange wie notwendig keine Trennung statt
  • das autistische Kind darf niemals unter Angst oder gar Tränen ohne Hauptbezugsperson in der Kita gelassen werden
  • Beobachtung der nonverbalen Kommunikation, Reize wie Berührungen, Lautstärke etc 
  • Beachtung sämtlicher möglicher Barrieren in der Kita-Umgebung
  • Besondere Beachtung benötigen gemeinsame Gruppenaktivitäten, Essens- und Umkleidesituationen, Situationswechsel uvm.
  • wenn etwas unangenehm ist, das Kind gehen möchte, dieser Bitte umgehend nachgehen und die Kita verlassen
  • eine Liste wird erstellt, was für das autistische Kind unangenehm ist und Lösungen werden erarbeitet
  • über die Wochen findet eine Gewöhnung an eine vertraute Bezugsperson statt
  • die Eingewöhnung ist unter anderem abgeschlossen, wenn die Mutter gehen kann ganz in Ruhe mit vollem Einverständnis des Kindes
  • des Weiteren dürfen keine Barrieren (mehr) vorhanden sein, die sich nicht umgehen oder beseitigen lassen
  • die Zeiten, Abläufe und die Umgebung werden langsam kennen gelernt, so lange bis sie vertraut sind
  • gibt es Hürden die nicht überwunden werden können, ist der Zeitpunkt um 1-2 Jahre zu verschieben, oder Kita weg zu lassen
Ein autistisches Kind hat ein Anrecht auf Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention zumindest und somit auch ein Recht auf menschenwürdiges Heranwachsen. Keinesfalls darf eintreten, dass das Kind in die Überlastung gerät, unter den vorhandenen Barrieren. Ziel ist es dem Kind einen Ort zu bieten, an dem es lernen kann, dass es möglich ist sich gern unter anderen Kindern aufzuhalten unter Wahrung der individuellen Bedürfnisse. Es soll erfahren dass es sich wohl fühlen darf so wie es ist in seiner Art und Wahrnehmung. So wird die Erfahrung möglich seiner Kreativität freien Lauf zu lassen wodurch die Potentiale entfaltet werden. Es können hierbei äußerst kreative Fähigkeiten entfaltet werden, sich mit verschiedensten Materialien auzudrücken.
 
Die meisten autistischen Kinder müssen hierfür lernen sich einen eigenen Raum zu schaffen, in dem sie in Sicherheit agieren können, umgeben von anderen Kindern. Der Raum der Stille kann genutzt werden, der persönliche Abstand zu anderen wird erkannt und es können die Begleiter als Vorbilder fungieren das Kind darin zu unterstützen achtsam mit sich selbst umzugehen. Die begleitenden Erwachsenen sind hier als Vorbilder maßgeblich. Die Interaktion findet dann meist am liebsten mit einzelnen oder wenigen anderen Kindern statt, der Raum hierfür muss vorhanden sein, dass dies immer möglich ist, so dass es zu überschaubaren Situationen kommt für das autistische Kind. Aus diesen heraus kann es langsam und in eigener Geschwindigkeit lernen mit anderen Kindern in Kontakt zu treten. Ebenso wichtig ist es, dass das Kind lernt sich abzugrenzen und auch nicht in Kontakt zu treten, sowie Kontakte abzulehnen. Dies ist maßgeblich für eine gesunde Entwicklung im gemeinsamen Tun und Beisammensein mit vielen verschiedenen Individuen. 
 
Ist dies nicht möglich zu erreichen und das autistische Kind wählt nicht in die Kita zu wollen, so ist dies unbedingt zu akzeptieren. Vielleicht hatte sich das Kind auch einfach etwas anderes unter einer Kita vorgestellt und wendet sich nun davon ab, weil es dies nicht schätzt und schätzen kann, weil es entweder noch nichts, oder überhaupt nie etwas für das Kind sein wird in eine Kita zu gehen. Auch wenn man als Verantwortlicher sieht, dass die Barrieren zu hoch sind, egal was man versucht zu bewerkstelligen ist dies zu respektieren. Wenn bereits der Ortswechsel zu einem Problem wird von daheim zur Kita, kann das viele Gründe haben, die es dann erst herauszufinden gilt, bevor man noch einen Versuch wann anders startet. Auch wenn das autistische Kind immer mehr will und noch mehr gibt, aber nur weiter in die Überlastung gerät vor lauter Stress, dann ist es (noch) nicht an der Zeit dafür und man sollte noch etwas warten, es wesentlich langsamer angehen lassen oder auf ganz besondere Konzepte zurückgreifen die dann vom gesamten Team getragen werden müssen, wie in unserem Mini-Club mit Eltern-Kind-Cafe z.B. beschrieben.
 
Alle Kinder müssen eine Gleichbehandlung erfahren bei Umsetzung von Inklusion, in der Wahrung ihrer Bedürfnisse. Dies ist besonders wichtig zu beachten, dass für die Nicht-Autistischen Kinder die selben Regeln gelten, wie für das autistische Kind. Wenn Inklusion nur "halbherzig" durchgeführt wird entsteht fast immer Eifersucht und die Kinder beginnen sich an den kleinen Autisten zu "rächen" weil sie lauter Vorzüge genießen, die niemand sonst hat. So manches Nicht-Austitische Kind wünscht sich ebenfalls all das, was für die autistischen Kinder gilt. Nur wenn auch die Bedürfnisse der anderen Kinder gesehen werden, ist Inklusion lebbar. Ansonsten hat man eine Ausgrenzung der Nicht-Autisten, die unter allen Umständen zu vermeiden ist, weil dies "böses Blut" entstehen lässt und den Nährboden für sehr ungünstige soziale Konstellationen schafft.
 
Inklusion ist erreicht, wenn es keiner "Andersbehandlung" von Autisten mehr bedarf, weil es als Standard gilt die Bedürfnisse der Kinder zu wahren. Auch wenn dieses Ziel für manch einen als reine Utopie erscheint, so ist es aber vielleicht in kleinen Schritten umsetzbar. Besser man beginnt so viel zu schaffen, wie man kann, bevor man aus Angst das Ziel nie erreichen zu können nichts mehr tut. Beginnt man langsam einen Punkt nach dem anderen umzusetzen, mit viel Ruhe, Geduld und Zeit ist es stetig möglich. Auf diese Weise kann ein Eingewöhnungsmodell und Inklusion wachsen, so dass alle "mit gehen" können und niemand außen vor gelassen wird. Aber immer unter der strengen Wahrung der Bedürfnisse der Kinder. Die Lebensmotivation und Freude, seelische und körperliche Gesundheit, sowie der Forschergeist kleiner Kinder ist als oberste Priorität zu betrachten.
 

Personelle Besetzung

Stellenbeschreibung - Inklusionsfachkraft


(Link zur Stellenbeschreibung)

  • Ausbildung: Rehabilitationspädagoge
  • Funktion: Umsetzung von Inklusion auch für autistische Kita-Kinder, Inklusions-Assistent
  • Ziel quantitativ: pädagogische Planung und Konzeptionierung sowie Umsetzung einer Spielgruppe im Kitaalter
  • Ziel qualitativ: Inklusion auch für Autisten nach der UN-Behindertenrechtskonvention / Biodiversität
  • Formen der Zusammenarbeit: Schriftlich, mündlich, Konferenz
  • Nachhaltigkeit: Kommunikationsplattform Modellprojekt zur Begleitung sowie Supervision
  • Organisationsabläufe: Schulung und Supervision durch das Projekt-Team
  • Verbindlichkeit: Angestellter des Trägers White Unicorn e.V.
  • Zeitrahmen: Teilzeit bzw Vollzeit nach Bedarf

Stellenbeschreibung - Begleiter


(Link zur Stellenbeschreibung)

  • Ausbildung: Voraussetzungen zur Begleitung einer Spielgruppe
  • Funktion: Gruppenbegleitung
  • Ziel quantitativ: Durchführung des Konzeptes
  • Ziel qualitativ: Gruppenbegleitung in Zusammenarbeit
  • Formen der Zusammenarbeit: Schriftlich, mündlich, Konferenz
  • Nachhaltigkeit: Kommunikationsplattform Modellprojekt zur Begleitung sowie Supervision
  • Organisationsabläufe: Schulung und Supervision durch das Projekt-Team
  • Verbindlichkeit: Angestellter des Trägers White Unicorn e.V.
  • Zeitrahmen: Teilzeit bzw Vollzeit
  • Stellenanzahl: nach Bedarf
 

Grundlagen
 
Der White Unicorn e.V. steht Kitas beratend zur Seite, wenn dies erwünscht ist. Gern kann sich jeder an uns wenden, der dem gegenüber offen ist, mit erwachsenen Autisten gemeinsam nach Wegen für die Kinder zu suchen. In Stichpunkten sind hier einige Punkte aufgeführt, die sich als wesentliche Punkte in manchen Kitas herausgestellt haben:
 
- Offenheit aller Mitarbeiter Autisten gegenüber
- die Wertschätzung der Gestaltung von wohnortnahen Sozialräumen
- Berücksichtung der Biodiversität
- Anerkennung möglicher Barrieren und Beseitigung dieser
- direkter, offener und herzlicher Umgang miteinander
- Lösungsbereitschaft bei Missverständnissen / Konflikten
- Eingewöhnung sehr individuell nach den Bedüfnissen der Kinder: Eingewöhnungsmodell
- Umgang mit den Kindern respektvoll und achtsam
- Akkustische Ruhe auch im Ultraschallbereich in der Raumgestaltung und Umgebungswahl
- Empathie für die Wahrnehmung der Kinder
- Platzbedarf pro Kind bei größeren Gruppen ca. 12 m² 
- Kita als Lernort und Lebensraum, anstelle einer Aufbewahrungsstelle
- Betreuungszeiten an den Bedürfnissen der Kinder angepasst wie Ausschlafen, Allein sein wollen
- Waldpädagogik, Tierpädagogik können hilfreich sein
 
Zur Beratung für den speziellen Umgang mit autistischen Kindern steht das Kontaktformular sowie unser Forum zur Verfügung.
 
 
 

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