Förderung durch Enthinderung: Potenziale entfalten statt anpassen.
Wir helfen Ihrem Kind, seinen Weg zu finden – mit Stimming, Noise-Cancellern und einem Umfeld, das Ruhe ermöglicht.
Gemeinsamkeiten feiern
Autistische Menschen haben eine ganz eigene Lebensweise. Auch wenn jeder Mensch individuell ist, gibt es verbindende Elemente z.B.:
Deep-Talk
Hyperfokus und
das Bedürfnis nach Stimming
Wir schaffen den Raum, in dem diese Spezialinteressen gelebt werden können.
Wie wir Barrieren abbauen:
Der barrierensensible Alltag: Was für andere normal ist (z. B. eine laute Kita), wirkt auf Autist:innen oft wie eine unüberwindbare „Lärmwand“. Wir setzen auf assistive Technologien wie Noise-Cancelling und Stimming-Tools, um die Welt regulierbar zu machen.
Biologische Realität anerkennen: Reize werden intensiver verarbeitet. Rückzug ist kein Fehlverhalten, sondern ein notwendiger Schutz vor Überlastung. [12]
Pädagogische Konsequenz: Erst in einer angepassten Umgebung, im physiologischen Ruhezustand, kann ein Kind sicher lernen und wachsen. [15] [16]
Neurodiversität: Biologie und Vielfalt
Autismus ist eine lebenslange neurobiologische Variante [5][10][12][6].
Physische Reaktionen: Überlastung durch Lärm, grelles Licht oder Hitze kann zu Schwindel, Übelkeit oder Mutismus führen. Da Nicht-Autisten diese Reize oft nicht wahrnehmen, bleibt die Not des Kindes häufig unsichtbar [14][7].
Kultur der Vielfalt: In einer inklusiven Gesellschaft ist das „Anderssein“ kein Defizit, das repariert werden muss, sondern eine gleichwertige Art des Menschseins [6][16].
Säulen unserer Begleitung
Das Wissen autistischer Erwachsener aus unserem Forschungsnetzwerk ist der Schlüssel für die nächste Generation [11].
Wir nehmen Unbehagen ernst. Der Wille des Kindes hat Vorrang vor Anpassung [1][3]. Das Ignorieren von Belastungsgrenzen gefährdet das Kindeswohl [2][13].
Autistische Kinder brauchen Autonomie, um ihr eigenes Sosein in ein selbstbestimmtes Leben zu integrieren – zum Beispiel durch regulierbare Reize wie Computerspiele oder Musik.
Jedes Kind kommuniziert. Wir fördern alle Formen des Ausdrucks (auch non-verbale) und vermitteln diese bei Bedarf durch Methoden wie das Figurenspiel an das Umfeld.
Rechtliche Grundlagen
Autistische Kinder haben das unveräußerliche Recht auf gesellschaftliche Teilhabe – genau so, wie sie sind, ohne Anpassungsdruck oder „Umerziehung“ [1][2][3][13]. Die UN-Behindertenrechtskonvention [1][9] und das Bundesteilhabegesetz [9] verpflichten Deutschland dazu, Barrieren abzubauen und ein „Universelles Design“ in Kitas, Schulen und Hochschulen zu schaffen. Solange systemische Hindernisse bestehen, dienen Hilfsmittel wie Assistenzhunde, Telepräsenz oder Fernschulmaterial als notwendige Brücken zur Bildung.
Der White Unicorn e.V. setzt diesen Anspruch im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung als spezialisierter Träger der Kinder- und Jugendhilfe um. In Kooperation mit der AWO arbeiten wir auf Basis des § 35a SGB VIII (mit Bezug zum Bundesteilhabegesetz BTHG/SGB IX) [4] konsequent an der barrierensensiblen Umgestaltung des sozialen Umfelds und der Teilhabeplanung. Gearbeitet wird an der Gestaltung des Umfeldes so lange, bis auch die autistischen Kinder dies als förderlich empfinden [8][10].
Hinweis: Weiterführende Familienhilfen oder Therapien bei Komorbiditäten nach §§ 27, 30 oder 31 SGB VIII bieten wir derzeit nicht an.
Einzelnachweise
UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK): Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG): Insbes. Art. 1, 2 und 3.
United Nations Human Rights: Leitlinien zu den Rechten von Kindern und Menschen mit Behinderungen.
Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII): Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere § 35a (Eingliederungshilfe) und § 75.
Theunissen, G. (2014): Autismus und herausforderndes Verhalten, S. 16.
Walker, N. (2015): Die wirklichen Experten. In: Psychosozial-Verlag.
Müller, C.: Autismus Kultur – Was Autismus ist und was nicht.
Esh, S.: Kollision – Autismus und die Barrieren der Umwelt.
Bundesteilhabegesetz (BTHG): Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen.
National Symposium on Neurodiversity (2011): What is Neurodiversity?, Syracuse University.
Bascom, J. (Hrsg.) (2012): Loud Hands: Autistic People, Speaking. The Autistic Press, Washington, DC.
Markram, K. & H. (2010): The Intense World Syndrome – a unifying theory of the neurobiology of autism. In: Frontiers in Human Neuroscience.
Europäische Menschenrechtskonvention (EMK): Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten.
Linköping University (2014): Autism as a Natural Human Variation: Reflections on the Claims of the Neurodiversity Movement.
Siegle, G. J. et al.: Slowed Amygdala Recovery to Emotional Stimuli in Autism (Zur physiologischen Reizverarbeitung und Stressregulation).
White Unicorn e.V.: Handreichung zur Identifikation systemischer Barrieren in Bildungs- und Sozialräumen (Forschungsverbund-Ergebnisse).