Erfahrungsbericht von Antares - Denken in Bildern

I. Meine Art zu denken

Ich möcht erklären, wie das Denken bei mir funktioniert. Es ist ein wenig anders, wie bei Menschen die nicht durch Synästhesie und Bilder denken und das in Wort erst übersetzen, um daraus handeln zu können:

1. Denkspur - Synästhesiebilder

- die Synästhesie liefert Bilder im inneren Auge der Synästhesie, diese existieren als solche

- die Erinnerungen zur Synästhesie werden abgerufen, diese sind über die Jahre von mir sortiert worden, damit ich sie so schnell abrufen kann

- Die Erinnerungen werden mit den Synästhesie-Bildern verglichen, um ein möglichst exaktes Deutungsergebnis der Bilder der Synästhesie abzurufen

2. Denkspur - Realitätsbilder

- Die Erinnerungen der Realitäts-Bilder werden abgerufen, die ich auch über Jahre sortiert habe, damit sie abrufbar sind in so schneller Zeit

- Alle Realitätsbilder die irgendwie passen, werden behalten, der Rest wandert wieder in die Versenkung

3. Denkspur - Selbstbilder

- Die Erinnerungen in mir Selbst-Bilder über mich werden abgerufen, auch über Jahre sortiert

- Die Handlungsoptionen der Selbstbilder werden verglichen, die ungefähr Passenden bleiben

Komplexität

- Die Erinnerungen der Synästhesie werden mit den Realitätsbildern sowie den Selbst-Bildern verglichen, um ein exaktes Deutungsergebnis der Realität zu bekommen

- Die einzelnen "Bildergruppen" der Synäasthesie-Bilder sowie die "Bilderstapel" der Realitätsbilder und Erkenntnisse aus den "Selbstbildern" werden miteinander verknüpft, wenn sie in irgendwelcher Beziehung zueinander stehen

- Es schieben sich dann die Bilder in die Nähe zueinander, wo sie ins Jetzt gehören

Handeln

Zuletzt ist dann da ein "Eindruck" aus den drei Spuren der mir die Information liefert was ist und ich kann Handeln

II. Bilder im Alltag


1. Menschen grundlegend sowie im Alltag einschätzen

Wenn ich einen Menschen sehe, drängen sich in mir viele Bilder auf, die ich nutzen kann, um den Gegenüber einschätzen zu können.


- Ähnliche Menschen


Beim ersten Treffen sind es zum einen Erinnerungen von ähnlichen Menschen, deren Haltung, Lebenseinstellung, Ausdruck uvm. Diese Erinnerungen können vielleicht den ein oder anderen Hinweis geben, was wie bei einem anderen Menschen übereinstimmen kann. Später kommen Erinnerungen hinzu, die es sehr genau ermöglichen zu erkennen, wenn auch nur eine kleine Veränerung in der Mimik oder Haltung eintritt.


- Bilder-Assoziation


Zudem ordne ich den Menschen meiner Bilderwelt entsprechend, die ich für mich selbst nutze, auch ihnen Bilder zu. Auf diese Weise ist es mir möglich einen intuitiven Ersteindruck zu bekommen, der mir sehr deutliche und genaue Hinweise über den Gegenüber geben kann. Viele Jahre war ich mir dessen nicht bewusst, so dass ich diese Fähigkeit erst heute nutze.


-> Fazit


Mit den Erinnerungen und den Bilder-Assoziationen ist es möglich Menschen grundlegend korrekt einzuschätzen und zudem kann auch die aktuelle Befindlichkeit eindeutig erkannt werden.

2. Organisation

- Aufräumen / Haushalt


Ich teile alle Arbeitsschritte visuell im Kopf in Einzelteile, die ich dann im zeitlichen Ablauf sortiere, so dass ich in Raum und Zeit die Wege nicht doppelt laufen muss oder Dinge zweimal mache. Deshalb trinke ich gern bei 3 Std Haushaltsarbeit insgesamt erst einmal 20 Min Kaffee bevor ich "das Wuseln" beginne. Aber wehe es stört mich jemand wesentlich, dann ist das als hätte man mir ein Glashaus eingeschlagen und ich muss ganz von vorn anfangen, mein Gedankenkonstrukt neu aufbauen.

- Zeitmanagement

Möchte ich etwas Planen, ist es für mich wie eine Perlenkette an einem Band die ich aufreihe. Das mache ich innerlich, indem ich mir den Tag vorstelle, wie er gegliedert ist, mit einer Perle nach der anderen, bis der ganze Tag aufgereiht ist. Wenn nun eine Änderung eintritt, ist es so aufwändig, wie eine Perlenkette neu auffädeln, das kostet mich Gedankenleistung.

III. Selbst-Verständlich denken in Bildern

1. Das innere Bilder-Tagebuch


Durch das Denken in Bildern, zeichne ich im inneren Auge symbolische Skizzen, die etwas beschrieben, das ich kaum in Worte fassen vermag. Diese Bilder sammeln sich in mir an und ich füge sie zusammen im Geiste. Das Innere wird hierdurch ins Bewusstsein geholt und ich kann durch die Deutung dessen dies mit dem Verstand bearbeiten. Diese Möglichkeit des Abrufbaren inneren Tagebuchs, das Träume, Bilder, Weltbilder, Erinnerungen und Wahrnehmung vereint gibt mir die Möglichkeit mich sehr gut zu kennen. Durch meine Eigene Symbolik die ich hierbei für mich entwickelte, kann allerdings nur ich dies verstehen letztendlich, es jemandem zu erklären wäre sehr aufwändig. Aber ich habe mich selbst auf diese Weise im Blick, vor meinem inneren bildlichen Auge, wodurch ich auch vergleichen kann, was war früher, was ist heute und wie hat sich das von damals bis heute verändert. In den letzten 20 Jahren in denen ich dies erst unbewusst begann und heute bewusst nutze, hat sich sehr viel verändert.


2. Die Welt der Inneren Wesen

Entstehungsgeschichte

Als Kind war sie noch naiv mit allen Wesen versehen, die es so gibt. Da wurde Gut mit Böse, Licht mit Dunkel, Schatten, Himmel und Hölle in einen Topf geworfen herumgerührt und fleißig Außen - mit Innenwelt verquickt, verdreht, damit gespielt. In meinem Zimmer war es kein richtiges Zimmer, es war: Der Reismäuschenwald. Ein Sumpfgebiet mit schwarzen Gestalten und Bäumen. Das Reismäuschen, ein Kuscheltier, stellte den Bezug zur Realität her. Nachdem das gesellschaftliche Leben soetwas aber nicht vorgesehen hat, wurde das "aberzogen", man wird "erzogen" wie es so schön heißt. Und so lernte ich erst mit 16 oder fast 17, wieder auf mein Inneres zu hören.

Verschiedene Bereiche

Die Emotionen, Erinnerung, Bezüge zum eigenen Selbst sind natürlich nicht immer positiv, es gibt sehr viele verschiedene Bereiche in meiner inneren Welt. Ich habe alle inneren Bereiche zu einer Landkarte zusammengebastelt, so dass ich genau im Blick habe, wie der aktuelle Zustand in mir ist, wie welcher Bereich aussieht, denn die Wesen darin verändern sich, je nach Befindlichkeit und innerer Entwicklung.

Es gibt eine Innere Schattenseite, die innere "Hölle", mit den Alpträumen, uvm die ich nicht immer ansehen konnte. Als kleines Kind begleitete mich in meinen Träumen ein weißes Einhorn, damals hatte ich keine Angst. Mit den Jahren verblasste mein Einhorn. Erst heute ist es wieder bei mir, als Jugendliche hatte ich meine Kindheit, mein Einhorn fast vergessen, oft plagte mich die Angst vor meinen Alpträumen, da ich den Bezug zu meiner Inneren Welt, zu mir verloren hatte. Die Schattenseite besteht im Grunde aus Verdrängtem, nicht Zugelassenen, Aspekten, die keine Anerkennung finden, Wesenszügen die so nicht sein dürften laut der Erwachsenen... es ist Sammelsurium an Wesen, die unterschiedlichster Natur sein können, aber gemeinsam ist ihnen, dass sie unheimlich erscheinen. Irgendwann wagte ich den Schritt mir dies anzusehen, vielleicht ist dort ja ein wunderschöner Teil verschütt gegangen, dachte ich mir, oder es gibt dort einen grausam erscheinenden Aspekt, der aber recht nützlich und wehrhaft ist. Beides habe ich dort gefunden und noch viel mehr.

Die angenehmen Freuden des Seins haben natürlich auch ihre Gestalten angenommen, mit der Zeit. Lange hab ich mich eigentlich ausschließlich mit ihnen befasst. Bevor ich mich in die "düsteren" Gefilde begab, war dies auch sehr sinnvoll. Auf diese Weise habe ich einen Ort gehabt, zu dem ich mich zurückziehen konnte in den Träumen und Gedankenreisen. Mit den Jahren hatte ich ein ganzes Paradies in mir erschaffen, mich dort aufzuhalten ist immer wieder sehr erholsam. Es ist wie ein zu Hause sein.

Die Innere Landkarte

Über die Jahrzehnte hat sich in mir eine ganze Landkarte entwickelt. Die Wesen haben eine Umgebung gefunden und es ist eine riesige Welt gewachsen. Zur Zeit besteht die meinige aus einigen Wäldern, Gebirgen, Seen, Höhlen, Meeren, Inseln, Ländern,... die innere Entwicklung hat sich dort manifestiert. Und sie verändert sich, die Welt, wie auch ich mich verändere. Ich habe sie lieben gelernt... Die Welt der Inneren Wesen. Dieses Bild zeigt eine Krähe, eines der Tiere meiner Inneren Welt.

3. Spiegelselbst

Es gibt ein Zusammenspiel der Wahrnehmung eines Selbst und der Umgebung. Ich verwende hierfür eine Art "Spiegel" für mich selbst um die Zusammenhänge zu erkennen. Die Mitmenschen können von mir dazu genutzt werden, ebenso wie die Geschehnisse im eigenen Leben, sich selbst zu "spiegeln". Man stelle sich vor, man ist ganz alleine, doch sobald jemand in das Leben von einem tritt, ist man dort nicht mehr alleine. Wenn es sich um einen Menschen handelt, der einen in irgendeiner Weise tangiert, oder gar aufregt, ärgert, oder erzürnt, man sich über ihn freut, nach ihm Verlangen hat, oder was auch immer, so kommen Emotionen in einem auf, Bilder und Gedanken. Diese können viel berichten.

Visualisierung eines Spiegelsaales

Um nun mit den Bildern aktiv zu arbeiten, kann man sich das Vorstellen, wie als würde man nun einen Weg entlang gehen, in einen Spiegelsaal, in dessen Spiegeln man sich sehen kann. Diese Spiegel stellen jeweils einen Teil des eigenen Selbst dar und darin sieht man dann die unterschiedlichen Aspekte in einem selbst. Jede Situation, ein jeder Mensch spiegelt etwas anderes wieder, manchmal auch immer wieder das gleiche, bis man dies an sich ändert, dann zeigen die Spiegel etwas anderes. Irgendwann kann man sich selbst gänzlich darin sehen und erkennt dann somit auch, was so manche Begegnung oder Begebenheit bedeuten kann.

Zerbrochener Spiegel

Wenn dieses Selbst, also der Spiegel einmal zerbrochen ist, kann man noch nicht damit arbeiten. Wenn man sich selbst nicht sehen kann, ist es auch fast nicht möglich zu erkennen, wie die Umgebung auf einen reagiert und warum das so sein könnte. Dann gilt es auf dem Weg erst einmal die Scherben einzusammeln und zu puzzlen. Es kann sein, dass Risse bleiben, aber vielleicht hat man auch irgendwann seinen Weg als Spiegelkabinett und alle Spiegel zeigen ganze Aspekte des Selbst.

IV. Gedanken und Kommunikation

Als Kind fand ich es oft schwierig schnell zu antworten, oder auch richtig, angemessen zu reagieren und vieles mehr. In meiner Jugend lernte ich, mit meinen Bildern in mir umzugehen, denn ich merkte dass ich in Bildern denke, auch wenn ich nicht wusste dass dies sonst niemand tut. Um damit zurecht zu kommen, entwickelte ich einige Strategien, die mich davor bewahrten im völligen Gedankenchaos zu versinken, wie ich es bisher tat. Es war jahrelange Arbeit mit meinen Gedanken, um das Ergebnis zu erzielen diese Bilder nun sinngemäß und angemessen zu verwenden. Leichter wäre es gewiss gewesen, ich hätte in der Kindheit angefangen, dann könnte ich heute vermutlich mehr damit anfangen, doch ein wenig war sogar möglich im Jugend- und Erwachsenenalter.

1. Stoppen der Bilderflut

Jedes Wort ist an Bilder geknüpft durch das Bilderdenken, weshalb beim Hören eines Wortes ein Bild im Kopf entsteht, anstelle eines Wortes. Meist ist es aber nicht nur ein Bild das aufgerufen wird, sondern eine Vielzahl. In manchen Situationen kann das dazu führen, dass diese Bilderflut dann zu viel ist und man keines auswählen kann. Ich habe mir hierfür eine sehr einfache Möglichkeit zu Nutze gemacht diese Bilderflut zu stoppen:

- Sollen alle Bilder gestoppt werden, stelle ich mir vor, ich schließe eine Tür, hinter der ich alle Bilder wegsperre.

- Sollen nur manche Bilder gestoppt werden, die man nicht sehen oder betrachten möchte, die sich allerdings immer wieder aufdrängen, so hilft es mir gedanklich ein blaues Tuch darüber zu werfen.

2. Bilder Sortieren

In diesem Ruhezustand konnte ich mir dann zu einem Zeitpunkt den ich selbst wählte beginnen alle Bilder zu ordnen.


- Stapel bilden

Sie wurden von mir in Stapel eingeteilt und diese immer weiter unterteilt, immer mit einem Bild als Deckblatt, so dass ich die Stapel schnell abrufen und einzelne Bilder daraus verwenden kann. Darin enthalten sind Erinnerungen, Träume, konstruierte Gedankenkomplexe u.v.m. Dies ist sehr hilfreich in einem Gespräch auch in einer angemessenen Zeit eine passende Antwort geben zu können etwa.

- Zusammenfassen

Wenn manchmal die Bilder einzeln abrufbar sind, allerdings in ihrer Gesamtheit keinen Sinn ergeben, hilft es mir, wenn ich sie zusammenfasse. Erst erfasse ich jedes einzelne Bild, was es bedeutet. Dann suche ich eine Art Überbegriffe für ein paar Bilder immer, so dass diese gebündelt werden. Dadurch weiß ich dann was in dem Bündel geschieht. Diese Bündel fasse ich dann immer weiter zusammen, bis zuletzt nur noch ein Überbegriff übrig ist, der die Situation / das Geschehen / die Zusammenhänge passend beschreibt. Auf diese Weise ist es dann möglich zu erkennen um was es grundsätzlich geht und nicht nur die einzelnen Bilder scheinbar wirr und sinnlos vor sich zu haben.

3. Listen

Ich habe mir Listen in Gedanken erstellt an Standardfragen und Aussagen die aus dem allgemeinen Konsens der Kommunikation stammen, die es mir ermöglichen wesentlich schneller zu sein beim Denken, wie mit den reinen Bildern selbst. Somit rufe ich eine Liste in meinem Kopf auf, mit Auswahlmöglichkeiten die mir zur Verfügung stehen, um an gewünschte Information zu gelangen, wenn ich etwa wissen möchte an Befindlichkeit einer Person oder Ähnlichem, bzw um eine Situation zu beenden. Würde ich über die Bilder gehen, würde die Frage zu lange dauern bis ich sie stelle und ich würde eine viel zu lange Zeit brauchen, um unauffällig diese Situation zu lösen oder aus dieser heraus zu kommen. Die Aussagen der Liste habe ich nicht selbst erfunden, sie stammen aus meinen bisherigen Leben, es ist ein Sammlung an Brauchbarem. Ich bin somit eigentlich nicht selbst auf die Idee gekommen diese Fragen zu stellen oder Antworten zu geben, sondern irgendwer in meinem Leben hat mir diese Option einmal genannt und ich habe sie auf meine Liste gepackt. Die Listen habe ich vermieden mit Bilder zu verknüpfen wo sie herkommen, es reichen jene zu was sie führen, damit die Listen selbst nicht auch noch mit unzähligen Erinnerungen aufwarten


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V. Tiergedanken


Meine Liebe zu den Tieren begann bereits als kleines Kind. Dieses Bild wählte ich, da ich mit Kühen die meisten Erfahrungen sammelte. Meine Art zu denken in Bildern sowie meine Wahrnehmung über die Synästhesie in Farben, Bildern und Mustern von Emotionen geben mir die Möglichkeit Tiere zu verstehen. Durch den intuitiven Zugang zu den Tieren hierdurch ist es mir ebenfalls möglich ihnen mitzuteilen, was ich möchte, so dass sie danach handeln. Hier möchte ich nun Geschichten erzählen, um zu verdeutlichen was dies für mich in meinem Leben seit frühester Kindheit bedeutet.

Kälbchen - Dasein

Als kleines Kind mit etwa 10 Jahren war ich gern bei den Bauern, gerade bei jenen die Rinderhaltung hatten. Einen Landwirt mochte ich ganz besonders gern, oder besser gesagt seine Frau. Der kleine Milchviehbetrieb bot mir über viele Jahre eine Art zweite Heimat und in der Bäuerin sah ich etwas wie eine Oma. Immer war sie geduldig und ruhig während ich auf dem Hof mit herumwuselte bei den Hühnern und den Kühen. Die Milchkühe allerdings waren sehr traurig, auch die Kälbchen, da es sich um einen konventionellen Betrieb handelte mit Anbindehaltung, die Neugeborenen an einer Kette hinter den Müttern an die Wand festgebunden. Zu Beginn putzte ich die Kühe, so dass sie ein wenig glücklicher wurden durch die Zuwendung von mir. Auch war mir erlaubt ihnen Stroh hin zu streuen auf die kahlen Gummimatten auf denen sie standen. Hierdurch gelang es mir die Haut ein wenig zu verbessern und die Beine waren nicht mehr offen durch das Liegen. Aber die Kälber waren noch immer sehr traurig, verständlicher Weise. Eines von ihnen nahm ich mir und mir wurde erlaubt mit ihm spazieren zu gehen. Es folgte mir wie ein Hund hinterher, was mir sehr große Freude bereitete. Die Kleine wartete schon immer auf mich, wenn ich kam, ebenso wie die Kühe die gestriegelt und mit Stroh versorgt werden wollten. Die Krankheitsrate der Neugeborenen war allerdings immens hoch, nur meine Kleine war wesentlich robuster wie alle anderen, ihre Bilder die es in mir hervorrief, die Farben und Muster waren auch andere. Aus diesem Umstand konnte ich rückschließen, dass Kälber Gesellschaft brauchen, Bewegung und frische Luft, denn all dies hatte meine Kleine, im Gegensatz zu den anderen. Die Bauern erlaubten mir mit einer kleinen Gruppe von Kälbern einen Test durchzuführen, ich durfte sie in ein Gatter zusammen lassen, an einem Teil des Stalles der zwar überdacht, aber ansonsten an der Frischluft war. Bei Bedarf konnte dieser Bereich durch eine Schiebetür verschlossen werden. Auf diese Weise hatten die Kälber Sonnenlicht, waren aber vor kaltem Wetter geschützt, sie waren nicht mehr in völliger Einsamkeit und konnten herumlaufen in ihrem Stroh. Mein Versuch ging gut aus, die Kälber gediehen wesentlich besser, wie zuvor, auch die Bilder und Muster der Tiere wurden denen meines Kälbchens wesentlich ähnlicher. Für mich war es innerlich ein großer Erfolg wenigstens einen Kleinen Teil des Leides von den Kleinen zu nehmen.

Ponys auf dem Abenteuerspielplatz

Unser Sohn war bei der Eingewöhnung im Kinderladen, ich als Mutter an seiner Seite dabei. An diesem Tag ging es auf den Abenteuerspielplatz im Kietz, der mit Sandkasten, Gemüsegarten, Feuerstelle, Piraten-Klettergerüst, Ziegen und vielem mehr den Kindern zum freien Spiel dient. An diesem Tag war den Ponys der Freilauf gewährt worden auf dem gesamten Gelände. Diese Tiere sind weder zugeritten, noch wirklich mit irgend welchen Regeln vertraut gemacht worden, sie sind einfach da sozusagen. So vergnügten sich die Kinder beim Sandburgen bauen ebenso wie beim Klettern und schaukeln, während die Tiere sich auf den Grasflächen dazwischen bewegten. Ich wandte mich der Schaukel zu auf der ein Mädchen Platz genommen hatte und begann quietsch-vergnügt diese zu nutzen. Doch änderte sich der Ton in der Stimme des Kindes, sie wurde panisch. Als ich den Kopf wandte sah ich eines der Ponys mit angelegten Ohren auf das Mädchen zu galoppieren. Meine Aufmerksamkeit richtete sich ausschließlich auf diese Situation, da ich darin eine Gefahr für das Kind sowie das Pony erkannte, die ich so nicht bestehen lassen wollte. Durch die Möglichkeit im inneren Auge durch Bilder Farben und Muster emotionale Zusammenhänge zwischen den Lebewesen zu erkennen, wusste ich intuitiv was ich tun musste. Ohne zu zögern und nachdenken zu müssen rannte ich so schnell ich konnte zwischen das schaukelnde Kleinkind und das aufgebrachte Pony, um dies abzufangen. Binnen Sekunden hatte ich dies auch geschafft, meine Arme fest um das zottelige Pony geschlungen. Mit ein wenig Druck durch meine Hände und Körpereinsatz sowie meinem bestimmten Willen was es nun zu tun gilt, teilte ich dem Tier mit, dass es besser an der anderen Wiese zum grasen geht, dort wo keine Kinder waren. Wie ein Hund folgte mir das Tier, das ich noch ein wenig an der Mähne kraulte, bevor ich es dann am neuen ruhigen Ort sicher grasen ließ.

gez. Antares