Barriere 1 - Zu viele Sachen auf einmal, wenn man sich konzentriert
Manche Menschen haben einen Tunnel-Blick, wenn sie sich ganz stark konzentrieren. Das bedeutet: Sie sehen nur das, was vor ihnen ist. Sie sehen nicht, was direkt neben ihnen passiert. Und sie können nicht genau sagen, wie weit Sachen weg sind. Oder wie groß oder klein etwas ist. Sie sehen zum Beispiel Sachen näher, als sie wirklich sind. Das kann sehr praktisch sein. Zum Beispiel wenn man ein Schulbuch lesen will. Und das Schulbuch ganz klein geschrieben ist. Dann sieht man den Text im Schulbuch größer, als er ist. Und kann ihn viel besser lesen.
Diese Menschen wollen dann nur das Schulbuch lesen. Alles andere stört sie dann. Wenn sie dann noch auf andere Sachen aufpassen müssen, dann ist das vielleicht zu viel. Dann können sie sich nicht mehr richtig konzentrieren. Und dann schaltet das Gehirn irgendwann einfach ab. Wenn sie sich nur auf eine Sache konzentrieren, dann ist das ganz toll für sie.
Beispiele für die Barriere „zu viele Sachen auf einmal, wenn man sich konzentriert“
Ich möchte im Unterricht zuhören, aber die anderen sind am Quatschen.
Jemand stört mich mitten in einer Aufgabe und will etwas von mir.
Die Lehrerin erklärt an der Tafel und ich muss gleichzeitig zuhören, mitschreiben und abschreiben.
In der Gruppenarbeit müssen wir gleichzeitig die Aufgabe lösen und miteinander darüber reden.
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Barriere 2 - Geräusche aus der Menschenwelt
In einer Schule hört man viele verschiedene Sachen. Zum Beispiel die Schulglocke, Schritte, Kinder schreien, Stühle, die verrutscht werden, Rauschen eines Beamers, Neonröhren die surren, eine Uhr die tickt und noch ganz viele andere Sachen. Das alles sind Geräusche. Die meisten Menschen gewöhnen sich an die Geräusche von ihrem Ort. Zum Beispiel von ihrem Wohnort. Oder von ihrer Schule. Oder von ihrer Stadt im Schulweg. Die Geräusche gehören einfach dazu. Die Menschen hören gar nicht mehr genau hin.
Manche Menschen mögen diese Geräusche aber nicht. Dann fühlen sie sich nicht sicher. Nicht so wie zuhause. Zu Hause haben sie es lieber ruhig. Wenn sie diese vielen Geräusche um sich herum haben, dann fühlen sie sich nicht wohl. Es ist wie ein Brei aus vielen Geräuschen. Oder wie das laute Rauschen neben einer Auto-Bahn. Man versteht gar nichts mehr.
Diesen Menschen geht es besser, wenn sie irgendwo in der Natur sind. Wo es ganz ruhig ist. Oder wenn sie allein in ihrem Raum sind, wo sie sich wohl fühlen. Wo sie nicht hören, was draußen passiert. Dann fühlen sie sich zuhause. Die vielen verschiedenen Geräusche aus der Menschen-Welt stören sie sehr.
Beispiele für die Barriere „Geräusche aus der Menschenwelt“
Das Klackern von Schuhen hallt durch den ganzen Flur.
Ich höre den Musikunterricht aus dem Nebenraum.
Die Kreide macht kratzende oder quietschende Geräusche an der Tafel.
Ich höre im Klassenzimmer den Straßenlärm von draußen.
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Barriere 3 - Lautstärke
Manche Menschen haben ein sehr gutes Gehör. Sie hören alles lauter als die meisten anderen Menschen. Auch was die anderen Menschen sagen. Für diese Menschen ist die normale Lautstärke zu laut. Zum Beispiel in Pausen, Freistunden, im Schulbus und bei Schulfahrten. Manche nutzen gern auch Noise-Cancelling Kopfhörer. Weil es ihnen dort sonst viel zu laut ist. Mit den Ohr-Stöpseln hören sie dann genau richtig. Wenn diese Menschen sich unterhalten, dann sprechen sie meistens ganz leise. Für sie ist das aber immer noch laut genug. Weil sie viel besser hören als die meisten anderen Menschen.
Das ist anders, wenn sie mit normal hörenden Menschen sprechen. Dann sprechen sie besonders laut. Damit die normal hörenden Menschen sie verstehen. Das ist aber sehr anstrengend für sie. Normal hörende Menschen kennen das auch. Wenn sie sich mit schwerhörigen Menschen unterhalten, dann sprechen sie oft auch sehr laut. Damit die schwerhörigen Menschen sie verstehen. Für die normal hörenden Menschen ist das auch sehr anstrengend.
Normale Lautstärke ist für manche Menschen zu laut. Sie fühlen sich wohler, wenn es ruhig oder leise ist. Oder wenn die Menschen ruhiger oder leiser sprechen.
Beispiele für die Barriere „Lautstärke“
In den Pausen gibt es viel Lärm.
Es ist ganz still in der Klasse, aber einige Mitschüler tuscheln laut hörbar.
Die Schulklingel ist sehr laut.
Während der Stillarbeit fällt etwas hörbar scheppernd hinunter oder
Blätter rascheln.
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Barriere 4 - Viele und schnelle Bewegungen in der Menschen-Welt
In der Schule, in der Kinder zusammen leben und lernen, bewegt sich Vieles. Zum Beispiel andere Kinder im Sportunterricht. Außerhalb der Fenster eine Straße oder vorbeigehende Menschen, oder Reklame die immer wieder wechselt. Spielzeuge im Pausenhof. Und andere Sachen. Für manche Menschen ist das schlimm. Viele schnelle Bewegungen stören diese Menschen sehr. Oder wenn Sachen sich in verschiedene Richtungen bewegen. Zum Beispiel Kinder im Schulgang. Die Kinder laufen nach links und nach rechts. Für manche Menschen ist das so schlimm, dass sie gar nichts mehr richtig sehen und hören können.
In der Natur ist das anders. Dort bewegen sich auch Sachen: Gras, Blätter, Tiere, Wasser in einem Bach. Sie bewegen sich aber nicht so schnell. Und nicht so laut. Und durcheinander wie in der Menschen-Welt. Deshalb ist es für die meisten Menschen in der Natur sehr schön. Sie können sich in der Natur gut erholen. Wie im Urlaub.
Viele und schnelle Bewegungen in der Menschen-Welt stören manche Menschen sehr. Ohne diese Bewegungen fühlen sie sich viel wohler.
Beispiele für die Barriere „Viele und schnelle Bewegungen in der Menschen-Welt“
Auf dem Schulweg sind viele Leute und Fahrzeuge unterwegs.
Im Gang und auf der Treppe ist großes Gewusel.
Im Sportunterricht bewegen sich alle Kinder schnell durcheinander.
Kinder spielen und hüpfen wild in der Hofpause.
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Barriere 5 - Wenn man ständig die Umgebung und die Räume wechseln muss
Die Umgebung ist das, was um uns herum ist. Zum Beispiel das Klassenzimmer. Der Pausenhof. Der Schulbus. Die Straßen draußen. Oder die Treppe von einem Stockwerk zum anderen. In der Menschen-Welt ändert sich die Umgebung oft ganz schnell. Dort hinten ist ein Klassenzimmer. Rechts und links laufen Menschen im Gang. Da vorne kommt eine Treppe am Ende des Ganges. Die meisten Menschen sehen, wie groß oder klein eine Sache ist. Wie nah oder wie weit weg die Sache ist. Oder wie hoch die Stufen von einer Treppe sind. Manche Menschen können das nicht. Oder nicht so schnell. Die Augen brauchen ein bisschen länger, bis sie das erkennen.
Ein Beispiel:
Ein Junge geht einen Gang entlang. Er kommt an eine Treppe. Seine Augen sehen nicht so schnell, dass dort Stufen sind. Oder wie hoch die Stufen sind. Für manche Menschen sehen die Stufen auch gar nicht wie Stufen aus. Sondern wie ein flacher Weg. Oder der Boden und die Treppe sehen wie Wellen aus. Das passiert, wenn die Augen nicht schnell genug umschalten können. Wenn man ständig die Umgebung und Räume wechseln muss, dann ist das schwierig für manche Menschen. Weil sie dann die ganze Zeit sehr aufpassen müssen. Das ist ganz schön anstrengend. Und macht Kopf-Schmerzen. Diese Menschen fühlen sich wohler, wenn sie das nicht machen müssen.
Beispiele für die Barriere „Wenn man ständig die Umgebung und die Räume wechseln muss“
Im neuen Raum sitzt jemand anderes als sonst neben mir.
Die Räume ändern sich oft und ich muss sie suchen und finden.
Wir müssen schnell alles packen, weil wir woanders hinmüssen.
Wir müssen für manche Fächer in andere Räume laufen.
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Barriere 6 - Wenn bekannte Orte und Sachen plötzlich anders aussehen
Menschen gewöhnen sich an das Aussehen von bestimmten Orten. Zum Beispiel an das Aussehen von ihrer Schule. Oder von der Straße mit der Kirche und der Tankstelle auf dem Schulweg. Oder von der Einrichtung im Klassenzimmer. Wenn sich an diesem Aussehen etwas verändert, dann kann das für manche Menschen schwierig sein. Dann sieht der Ort wie ein anderer Ort aus. Und sie wissen nicht mehr genau, wo sie sind.
Das ist besonders schlimm, wenn diese Menschen viel Stress haben. Dann reicht schon eine ganz kleine Veränderung. Zum Beispiel ein neu gestrichener Schulgang. Oder wenn die Klassenzimmereinrichtung verändert wird. Wenn diese Menschen wenig oder gar keinen Stress haben, dann ist es nicht so schlimm. Wenn Orte oder Sachen plötzlich anders aussehen, dann stört das manche Menschen sehr. Besonders, wenn sie viel Stress haben. Sie können sich besser konzentrieren und lernen, wenn die Orte und Sachen immer gleich aussehen.
Beispiele für die Barriere „Wenn bekannte Orte und Sachen plötzlich anders aussehen“
Die Tische wurden umgestellt und alle sitzen plötzlich woanders.
Die Wände in der Klasse wurden in einer anderen Farbe gestrichen.
Die Vorhänge in der Klasse wurden ausgetauscht.
Der Klassenraum hat auf einmal neue Stühle.
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Barriere 7 - Viele neue und unbekannte Formen und Sachen
Wir Menschen haben viele Ideen. Und erfinden dauernd irgendetwas Neues. Deshalb sehen wir Menschen auch dauernd neue Sachen.
In der Natur ist das nicht so. Die Natur erfindet nicht dauernd etwas Neues. Manche Menschen sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen mehr als andere. Sie können sich Sachen auch besser merken als andere Menschen. Und sie erinnern sich auch schneller an alles. Sie schauen genau hin. Sie lernen. Und dann wissen sie, was das ist. Wenn diese Menschen viele neue Sachen sehen, dann dauert das länger. Wenn zu Weihnachten die Schule umgestaltet wird zum Beispiel. Oder bei einem Vertretungslehrer, der ganz andere Sachen verwendet. Oder bei Schulfesten oder Pausenveranstaltungen die anders sind als sonst.
Es stört diese Menschen sehr, wenn sie viele neue Sachen auf einmal sehen. Oder hören, riechen, schmecken oder fühlen. Das ist sehr anstrengend für sie. Sie fühlen sich wohler, wenn es nicht zu viele neue Sachen auf einmal gibt. Oder wenn sie genug Zeit haben. Damit sie genau hinschauen können.
Beispiele für die Barriere „Viele neue und unbekannte Formen und Sachen“
Die Lehrerin sieht ganz anders aus als sonst.
Heute arbeiten wir mit neuen Sachen, die ich noch gar nicht kenne.
Ich komme in den Speisesaal, und plötzlich ist alles für Weihnachten geschmückt.
Ich komme nach den Ferien in die Klasse und es steht dort ein neuer Schrank.
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Barriere 8 - Unfertiges
Manche Menschen haben es gern, wenn eine Sache nicht fertig ist. Dann ist die Sache erledigt. Und sie können die nächste Sache machen. Wenn das nicht geht, dann ist das schrecklich für diese Menschen. Sie denken immer wieder an die eine Sache. Weil sie wollen, dass die Sache fertig ist.
Ein Beispiel:
Ein Junge mag ein Shampoo nicht. Weil es schrecklich riecht. Er will ein anderes Shampoo haben. Die Mutter sagt: „Ja, ich kümmere mich darum.“ Er fragt die Mutter auch nicht mehr. Weil er sie ja schon mal gefragt hat. Er denkt aber trotzdem immer wieder daran. Er will das neue Shampoo schnell da haben. Dann kann er das alte wegwerfen. Und muss es nicht mehr benutzen. Dann ist die Sache für ihn erledigt. Vielleicht kauft die Mutter das Shampoo aber gar nicht. Weil sie es vergessen hat. Dann ist das ganz schlimm für den Jungen.
Im normalen Leben passiert das oft. Auch den Erwachsenen. Zum Beispiel wenn man mit verschiedenen Behörden zu tun hat. Wie mit dem Sozial-Amt. Mit dem Jugend-Amt. Oder mit der Agentur für Arbeit. Überall muss man warten, bis man Bescheid bekommt. So lange ist die Sache nicht fertig. Bestimmte Sachen müssen aber fertig sein. Sonst kann man nicht weitermachen. Wenn viele Sachen gleichzeitig noch nicht fertig sind, dann ist das besonders schlimm für diese Menschen. Das kann so schlimm sein, dass sie irgendwann gar nichts mehr machen können. Für diese Menschen ist es wichtig, wenn eine Sache fertig ist. Dann ist die Sache erledigt. Und sie können die nächste Sache machen.
Beispiele für die Barriere „Unfertiges“
Das Thema der Stunde ist noch nicht beendet, trotzdem wechselt das Fach.
Mein Bild ist noch nicht fertig, aber ich muss aufhören zu malen, weil der Kunstunterricht vorbei ist.
Ich bin mit der letzten Aufgabe noch nicht fertig, die Nächste geht aber schon weiter.
Die Mittagspause ist zu Ende und ich bin mit dem Essen noch nicht fertig.
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Barriere 9 - Wenn bestimmte Muster ein Problem sind
Für manche Menschen sind bestimmte Muster ein großes Problem. Zum Beispiel Tafeln mit Kästchen. Oder schwarz-gelbe Streifen wie bei einer Biene auf der Kleidung anderer Kinder. Sie schauen das Muster an und können sich nicht mehr bewegen. Oder sie können gar nichts mehr machen. Auch nicht mehr denken, oder sprechen. Manchmal macht es auch einfach nur Kopf-Schmerzen. Die Menschen sind verschieden. Für den einen sind die Kästchen von einer Tafel ganz schlimm. Für den anderen sind andere Muster ganz schlimm. Wie zum Beispiel schwarz-gelbe Sachen. Dann ist vielleicht schon ein Mensch mit schwarz-gelber Weste zu viel. Oder schwarzgelbe Sitze in einem Bus.
Es sind immer dieselben Muster, die schwierig sind. Bei dem einen sind es immer schwarz-gelbe Sachen. Bei anderen Menschen sind es immer Sachen mit Kästchen. Und bei noch anderen Menschen sind es immer Gitter mit demselben Muster. Zum Beispiel alle Muster die unordentlich sind. Wie zum Beispiel ein Klassenzimmer in dem die Sachen der Mitschüler ungeordnet herumliegen.
Bestimmte Muster sind schwierig für manche Menschen. Sie fühlen sich viel wohler, wenn es diese Muster nicht gibt. Oder wenn sie diese Muster nicht anschauen müssen.
Beispiele für die Barriere „Wenn bestimmte Muster ein Problem sind“
Auf dem Boden im Klassenzimmer sind viele kleine Muster.
Auf meinem Heft sind ganz viele verschiedene Muster.
Der Klassenlehrer trägt ein Hemd mit Karos und Streifen.
Die Tafel hat Kästchen und Linien zum Schreiben.
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Barriere 10 - Farbige Texte und Markierungen
Manchmal sieht ein Mensch alles wie durch eine bunte Glas-Scheibe. Zum Beispiel rötlich. Oder gelblich. Das passiert besonders dann, wenn er Stress hat. Manche Menschen sehen auch fliegende Punkte in der Luft. Oder Linien, die sich bewegen. Die Punkte oder Linien sieht sonst keiner. Diese Menschen können farbige Texte schlechter lesen. Oder Text auf einem farbigen Hinter-Grund. Oder farbige Markierungen in einem Text. Zum Beispiel zu viele knallige Farben. Oder wenn die Farben nicht zueinander stimmig sind. Wenn zu viel Durcheinander auf den Aufgaben-Blättern ist. Oder wenn der Text auf einem farbigen Hinter-Grund steht.
Das stört diese Menschen sehr. Für diese Menschen ist es besser, wenn das nicht so ist.
Beispiele für die Barriere „Farbige Texte und Markierungen“
An der Tafel steht alles in verschiedenen Farben geschrieben.
Auf dem Plakat in der Klasse sind die Farben sehr auffällig.
In meinem Schulbuch haben schon Leute vor mir Sachen angestrichen.
In meinem Test sind die Fehler in grün, statt in rot eingezeichnet.
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Barriere 11 - Mitmenschen als mögliche Bedrohung
Etwas ist eine Bedrohung bedeutet: Es kommt etwas Schreckliches. Oder etwas Gefährliches. Und das will man nicht. Mitmenschen sind die Menschen um mich herum. Zum Beispiel die Eltern, die Geschwister, der Schulleiter und die Mitschüler, die Menschen im Sportverein, oder die Lehrer in der Schule. Alle Menschen sind verschieden. Manche hören besonders gut. Normale Lautstärke ist ihnen viel zu laut. Andere möchten nicht, dass andere Menschen zu nah kommen. Und wieder andere finden leichten Wind auf der Haut ganz schrecklich. Und ziehen immer Sachen mit langen Ärmeln an. Auch im Sommer. Wenn es ganz warm ist. Oder sie lösen Aufgaben auf ungewöhnliche Weise, weil sie sonst nicht gut denken können und Kopfschmerzen bekommen.
Viele Menschen verstehen das nicht. Und sagen zum Beispiel: „Zieh dir ein Hemd mit kurzen Ärmeln an.“ Oder Mitschüler, die darüber lachen, wenn jemand im Sommer lange Ärmel anhat. Oder: „Du musst aber in die Schule gehen. Auch wenn die anderen Kinder dort so laut sind.“ Oder: „Du darfst die Aufgaben nur mit diesem einen vorgeschriebenen Weg lösen.“ Sie wollen diesen Menschen nicht weh tun. Das tun sie aber. Sie merken das nur nicht.
Deshalb können die Mitmenschen eine Bedrohung für diese Menschen sein. Sie fühlen sich viel wohler, wenn die Mitmenschen sie in Ruhe lassen.
Beispiele für die Barriere „Mitmenschen als mögliche Bedrohung“
Manche Lehrer sind grob und wollen mir nicht helfen.
Manche Kinder beleidigen mich, lassen mich nicht mitspielen, oder bedrohen mich.
In einer Gruppe fühle ich mich, als wäre ich anders als alle anderen.
Ich muss unbedingt gerade auf dem Stuhl sitzen und stillsitzen.
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Barriere 12 - Hast und Eile
Manche Menschen brauchen lange, bis sie eine Frage beantworten. Sie denken viel nach. Besonders, wenn eine Sache kompliziert ist. Oder wenn die Frage nicht klar ist. Zum Beispiel brauchen manche sehr viel Zeit, um eine Aufgabe richtig zu verstehen. Bevor sie dann mit dem Lösen der Aufgabe beginnen. Wenn man keine Zeit hat und immer wieder fragt, dann macht man diese Menschen unruhig. Hast und Eile stört diese Menschen sehr. Manchmal stört das so sehr, dass sie gar nicht mehr antworten. Oder sie können die Aufgabe nicht richtig lösen. Weil man ihnen keine Zeit lässt.
Diesen Menschen muss man Zeit zum Nachdenken lassen.
Beispiele für die Barriere „Hast und Eile – Wenn andere Menschen keine Zeit haben und immer drängeln“
Der Lehrer nimmt mich plötzlich dran, und ich bekomme keine Zeit zum Nachdenken.
Nach dem Schwimmen muss ich mich schnell abtrocknen und anziehen, da der Bus wartet.
Die Aufgabe muss in einer bestimmten Zeit fertig sein.
Ich muss in der 5 Minuten Pause auf Toilette, habe Durst und muss umpacken.
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Barriere 13 - Gerüche, die stören
Ein Geruch ist Luft, die nach etwas riecht. Manchmal riecht die Luft gut. Und manchmal stinkt sie. Manche Menschen können besonders gut riechen. Sie riechen Sachen, die andere Menschen nicht riechen können. Oder sie finden einen bestimmten Geruch ganz schrecklich. Zum Beispiel Putzmittel. Oder eine Toilette. Das ist dann besonders schlimm beim Lernen, wenn die Toilette nur zu Hause benutzt wird. Weil die Schultoilette so schrecklich riecht.
Manche Menschen finden auch einen Geruch ganz schrecklich, den andere Menschen gerne haben. Zum Beispiel Parfüm. Oder Kaffee. Wenn diese Menschen so etwas riechen, dann ist das oft ganz schlimm für sie.
Andere Menschen mögen es nicht, wenn es überall anders riecht. Zum Beispiel: Im Pausenhof riecht es nach Flieder. Das riecht gut. Dann geht der Mensch vom Pausenhof in die Klasse. Dort riecht es nach dem Parfum der Lehrerin. Diesen Wechsel findet er schrecklich.
Bestimmte Gerüche stören manche Menschen sehr. Oder wenn es überall anders riecht. Diese Menschen fühlen sich wohler, wenn das nicht so ist.
Beispiele für die Barriere „Gerüche, die stören“
Ich kann im Unterricht das Parfüm der Lehrerin riechen.
Ich komme in die Schultoilette und es riecht nach Klo.
Neben mir isst jemand aus einer Brotbox und ich rieche das Essen.
Beim Umziehen nach dem Sport riecht es in der Umkleide nach Schweiß.
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Barriere 14 - Ungewollter Geschmack
Manche Menschen können bestimmte Sachen nicht essen. Die Sachen schmecken ihnen nicht. Oder sie finden bestimmte Sachen eklig. Das können ganz verschiedene Sachen sein. Manche mögen bestimmtes Obst nicht. Andere können bestimmte Gemüse-Sorten nicht essen. Und andere finden Wurst oder andere Sachen eklig.
Diese Menschen wollen diese Sachen nicht essen. Man darf sie auch nicht zwingen. Wenn sie so etwas essen müssen, dann ist das ganz schrecklich für sie. Manche fühlen sich dann den ganzen Tag unwohl. Dann essen sie lieber gar nichts. Beim Lernen ist das schlecht für die Konzentration.
Sie haben aber ganz bestimmte Lieblings-Essen. Das können sie jeden Tag essen. Ungewollter Geschmack stört manche Menschen sehr. Diesen Menschen geht es besser, wenn sie solche Sachen nicht essen müssen. Manchen hilft es in die Schule nicht in der Mensa essen zu müssen. Ihnen geht es besser, wenn sie ihre eigenen Sachen mitnehmen können.
Beispiele für die Barriere „ungewollter Geschmack“
In der Schule gibt es für alle das gleiche Mittagessen, und mir schmeckt es nicht.
Ein und dasselbe Essen schmeckt jedes Mal anders.
Ich habe mir etwas Leckeres mitgebracht, aber ich darf es im Speisesaal nicht essen.
Ich darf aus dem Essen nichts raussuchen, wenn ich nur manches mag.
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Barriere 15 - Sachen, die sich schrecklich anfühlen
Manche Menschen möchten bestimmte Sachen nicht anfassen. Zum Beispiel Stoff aus bestimmten Fasern. Oder Leder auf Sprungböcken. Oder Matten aus Plastik. Oder sie möchten bestimmte Sachen nicht auf der Haut fühlen. Ein Trikot zum Beispiel. Oder nicht über bestimmte Böden laufen. Diese Menschen finden das schrecklich. Manche Menschen finden das so schlimm, dass ihnen schlecht wird. Und sie brechen müssen.
Diese Menschen fühlen sich viel wohler, wenn sie bestimmte Sachen nicht anfassen müssen.
Oder wenn sie nicht über bestimmte Böden laufen müssen.
Beispiele für die Barriere „Sachen, die sich schrecklich anfühlen“
Im Sport bekommen die Teams Hemdchen aus Kunststoff, die sich komisch anfühlen.
Beim Tisch Abräumen muss ich schmutzige Servietten und Essensreste anfassen.
Ich muss etwas mit Kreide an die Tafel schreiben.
Ich muss mit einem alten, nassen Schwamm die Tafel wischen.
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Barriere 16 - Ungewollt zu nah kommen
Manche Menschen möchten nicht, dass andere Menschen sie berühren. Zum Beispiel einfach so anfassen. Oder schubsen. Oder ganz nah neben ihnen stehen. Zum Beispiel im Bus auf dem Schulweg oder im Klassenraum oder beim Sport-Unterricht. Manchmal passiert das aber trotzdem. Dann können manche Menschen nicht mehr gut denken, sich konzentrieren oder lernen, wenn jemand zu nah kommt. Das passiert zum Beispiel bei Spielen, Tänzen, Theater, Aufführungen und im Sport. Oder beim Spazierengehen einen Mitschüler an die Hand nehmen müssen oder Lehrer die beim Zeigen von Stifthaltung oder das Halten von Stricknadeln im Handarbeits-Unterricht. Bei manchen ist es so, dass es den Menschen weh tut, wenn sie berührt werden. Oder die Stelle auf der Haut fühlt sich wie tot an.
Deshalb möchten diese Menschen nicht, dass andere Menschen zu nah kommen. Das dürfen nur bestimmte Menschen. Dann tun Berührungen auch nicht weh.
Diese Menschen stört es sehr, wenn andere Menschen ungewollt zu nah kommen. Oder wenn andere Menschen sie ungewollt berühren. Sie fühlen sich wohler, wenn andere Menschen weit genug weg sind.
Beispiele für die Barriere „Ungewollt zu nah kommen“
Im Treppenhaus ist es oft sehr voll, und andere Kinder sind mir zu nah.
Während einer Stillarbeit legt die Lehrerin ihre Hand auf meinen Arm und erklärt mir nochmal die Aufgabe in meinem Heft.
Im Sportunterricht spielen wir ein Spiel, bei dem wir uns alle an den Händen halten müssen.
Die Tische im Klassenzimmer sind klein. Manchmal berühren sich die Arme von meinem Tischnachbarn und mir.
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Barriere 17 - Erschütterungen: Wenn der Boden zittert und die Wände wackeln
Manchmal zittert der Boden. Oder die Wände von einem Gebäude wackeln. Zum Beispiel wenn ein LKW vorbei fährt. Oder ein Zug. Oder wenn viele Menschen über einen Flur rennen. Das Zittern und Wackeln nennt man Erschütterungen. Die meisten Menschen merken die Erschütterungen gar nicht. Oder sie finden das nicht schlimm.
Manche Menschen fühlen die Erschütterungen aber ganz stark. Zum Beispiel eine Baustelle an der Schule. Das Zittern oder Wackeln stört sie sehr. Oder wenn Kinder schnell in den Klassenraum laufen und die Stühle hoch/runter stellen. Auch wenn es einen Raum darüber passiert kann es extrem stören. Sie können dann gar nicht mehr richtig denken. Oder nicht mehr richtig lernen.
Diese Menschen fühlen sich wohler in Gebäuden, die nicht wackeln. Weitere Beispiele, wo diese Barriere auftreten kann:
Beispiele für die Barriere „Erschütterungen“
Wenn alle zur Pause rennen, wackelt das ganze Haus.
Wegen eines LKWs draußen beben manchmal die Tische im Klassenraum.
Eine Tür wird so zugeknallt, dass alles zittert.
In der Sporthalle zittert der Boden beim Springen und Rennen.
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Barriere 18 - Ungerader und ungleichmäßiger Boden
Der Boden in Orten oder Städten ist meistens von Menschen gemacht. Mit Asphalt wie in der Schuleinfahrt. Oder mit Pflaster-Steinen wie auf Wegen und Plätzen. Manchmal auch mit Holz oder Erde wie im Schulhof. In Orten und Städten muss man immer aufpassen, wo man geht. Auch in Gebäuden. Der Boden ändert sich dauernd. Es gibt überall Treppen und Stufen. Und man muss noch auf viele andere Sachen aufpassen.
Für manche Menschen ist das zu viel. Dann kann es passieren, dass ihnen schwindelig wird. Oder sie stolpern beim Gehen. Manche können dann auch nicht mehr gut denken oder sich nicht richtig beim Lernen oder auf den Unterricht konzentrieren.
In der Natur ist das anders. Dort kann man stunden-lang auf einem Wald-Weg laufen. Oder auf einem Feld-Weg. Oder auf Gras-Boden. Diesen Menschen geht es dort besser. Dort ist der Boden auch nicht immer gerade. Aber dort gibt es nicht so viel Lärm. Und sie müssen nicht auf so viele andere Sachen aufpassen. Viele verschiedene Böden sind für diese Menschen schwierig. Besonders, wenn der Boden ungerade und ungleichmäßig ist. Diese Menschen fühlen sich viel wohler, wenn es nicht so viele verschiedene Böden gibt.
Beispiele für die Barriere „Ungerader und ungleichmäßiger Boden“
Der Schulhof ist uneben mit Schlaglöchern.
Die Bodenfliesen sind alt und kaputt.
Ich muss über eine Treppe zum Klassenraum gehen.
Der Untergrund ist überall anders: Steinboden, Treppenstufen, Gummimatten, Kies und Gras.
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Barriere 19 - Ordnung, weil in der Menschenwelt zu viele Hindernisse sind
Für manche Menschen ist das Leben in der Menschen-Welt ganz schwierig. Ihr Gehirn verarbeitet viel mehr als bei anderen Menschen. Überall sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen sie viele verschiedene Sachen. Die ganze Zeit.
Und viele Sachen auf einmal. Ganz schnell. In ganz kurzer Zeit. Das ist so anstrengend. Das können diese Menschen fast nicht aushalten. Sie wissen genau:Das ist jeden Tag so. Zum Beispiel in der Schule. Das nennt man Überlastung der Sinne.
Diese Menschen wollen das nicht. Weil sie es nicht aushalten können. Manchmal meinen andere: „Du musst das aber aushalten!“ Zu Hause. Oder in der Schule. Dann ist Ordnung ganz wichtig für diese Menschen. Alles muss seinen Platz haben. Und alles muss genau so gemacht werden wie immer. Damit das Gehirn auch mal Pause hat. Sonst macht der Körper irgendwann nicht mehr mit. Sie fallen einfach um. Oder sie können sich nicht mehr bewegen. Oder nicht mehr sprechen. Dann geht einfach gar nichts mehr. Diese Menschen brauchen dort die Ordnung. Damit ihr Körper funktioniert. Das geht aber nur eine Zeit lang gut.
Diese Menschen wollen lieber in einer bekannten und sicheren Umgebung sein. Wo sie nicht so viel auf einmal aushalten müssen. Zum Beispiel zuhause. Dann können diesen Menschen zuhause besser lernen. Sie nehmen sich die Lernsachen aus der Schule dann mit nach Hause. Oder im Fernunterricht. Wo sie ihre eigene Ordnung haben können. Wo es leise ist. Wo es gut riecht. Und wo die Umgebung bekannt ist. Dort fühlen sie sich wohl. Dort können sie sich gut konzentrieren. Dort können sie gut lernen und arbeiten. Und dort können sie auch den ganzen Tag sein.
Beispiele für die Barriere „Ordnung, weil in der Menschenwelt zu viele Hindernisse sind “
Die Garderobe im Klassenraum ist total unordentlich.
Jemand leiht sich etwas von meinem Platz und legt es nicht dorthin zurück, wo es war.
Die Bastelbox der Klasse steht nicht da, wo sie sein soll.
Jeder legt die Sachen anders auf seinen Tisch.
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Barriere 20 - Töne die andere nicht mehr hören können
An Schulen gibt es Töne, die die meisten Menschen nicht hören können. Zum Beispiel ganz hohe Töne. Wie das Surren und Pfeifen von elektrischen Geräten zum Beispiel einem Computer oder Beamer. Und die Sicherungs-Kästen in den Gebäuden. Oder ganz tiefe Töne. Oder ganz leise Töne. Wie das Brummen von elektrischen Leitungen in der Wand. Oder Wasser-Hähne und Leitungen. Manche Menschen hören sehr gut. Sie können diese Töne trotzdem hören. Überall brummt und pfeift es. Bestimmte Töne sind für diese Menschen ganz schlimm. Zum Beispiel der Ton vom Computer. Das tut ihnen in den Ohren weh. Oder der ganze Körper tut weh. Sie können diese Töne nicht aushalten. Und diese Töne stören sie sehr. Andere Töne sind nicht ganz so schlimm. Oder stören auch gar nicht. Wie zum Beispiel der brummende Ton von einer Maschine.
Bestimmte Töne sind für manche Menschen ganz schlimm. Sie fühlen sich wohler, wenn es diese Töne nicht gibt.
Beispiele für die Barriere „Töne die andere nicht mehr hören können“
Die Lampen im Klassenzimmer surren.
Der Computer der Lehrerin brummt und pfeift.
Die Heizkörper in der Schule rauschen.
Die Uhr im Klassenzimmer tickt.
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Barriere 21 - Kunstlicht
Künstliches Licht ist Licht von einer Lampe. Das können Lampen in Klassenräumen sein. Oder das Licht von Projektoren. Oder das Licht von Ampeln auf dem Schulweg. Oder das Licht von Röhren die etwas beleuchten.
Das Gegenteil von künstlichem Licht ist natürliches Licht. Zum Beispiel Sonnen Licht. Manche Menschen können bestimmte Lampen nicht gut vertragen. Sie sind sehr hell. Das Licht tut ihnen in den Augen weh. Und blendet sie. Wie das Licht von der Sonne. Wenn man direkt in die Sonne schaut. Diese Menschen müssen dann immer zur Seite schauen. Bestimmte Lampen flackern auch, wenn sie an sind. Zum Beispiel Röhren-Lampen. Oder Energie-Spar-Lampen.
Sie flackern so schnell, dass die meisten Menschen das gar nicht sehen. Manche Menschen sehen das aber doch. Für sie geht die Lampe ganz schnell an und aus. Die ganze Zeit. Das ist ganz schön anstrengend. Und macht Kopf-Schmerzen.
Bestimmte Lampen stören diese Menschen sehr. Sie haben lieber Licht, was nicht so blendet. Und brauchen Lampen, die gleichmäßig leuchten.
Beispiele für die Barriere „Kunstlicht“
Das Licht der Lampe wirkt kalt.
Im Klassenraum sind flackernde Lampen.
Die Lampe in der Schule ist kaputt und funktioniert nicht richtig.
Morgens ist das Licht der Lampen in der Schule sehr grell.
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Barriere 22 - Luftbewegung
Ein bisschen Wind auf der Haut ist für die meisten Menschen schön. Manche Menschen fühlen den Wind auf der Haut aber sehr stark. Und finden das ganz schlimm. Zum Beispiel wenn im Klassenzimmer ein Fenster offen ist. Sie ziehen dann lange Hosen und Sachen mit langen Ärmeln an. Auch im Sommer. Wenn es ganz warm ist. Weil sie den Wind auf ihrer Haut nicht haben wollen. Wenn der Wind ganz stark ist, dann ist es vielleicht umgekehrt.
Das finden diese Menschen dann besonders schön. Und ziehen Sachen mit kurzen Ärmeln an. Auch wenn es draußen kalt ist.
Viele Menschen verstehen das nicht. Und wollen sie zwingen, etwas anderes anzuziehen. Das ist dann ganz schlimm für sie. Viele wehren sich gar nicht mehr. Weil sie sich nicht trauen. Oder weil sie sich gar nicht mehr wehren können. Diese Menschen muss man einfach in Ruhe lassen. Sie sollen anziehen können, was sie wollen. Dann ist alles gut.
Beispiele für die Barriere „Luftbewegung“
Beim Lüften in der Klasse zieht es.
Mir fliegen die Haare ins Gesicht bei Wind draußen oder Zugluft am offenen Fenster.
Die anderen Kinder sind so nah, dass ich spüren kann, wie sie vorbeigehen oder atmen.
Die Klimaanlage oder Lüftung bläst in jede Ecke des Raums.
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Barriere 23 - Temperaturunterschiede
Temperatur bedeutet: Wie warm oder kalt etwas ist. Manchmal wechselt die Temperatur. Zum Beispiel, wenn man aus einem Gebäude nach draußen geht. In der Schule ist es warm und draußen ist es kalt. Die meisten Menschen fühlen nur, ob es zu heiß oder zu kalt ist. Zum Beispiel wenn es draußen kalt ist. Dann weiß man: „Ich muss mich warm anziehen.“ Oder wenn das Wasser in der Dusche zu heiß ist. Dann weiß man: „Ich muss das Wasser kälter machen.“
Bei manchen Menschen ist das anders. Sie fühlen nicht nur, ob etwas zu heiß oder zu kalt ist. Sie fühlen gleichzeitig das warme Wasser in beim Hände waschen und die kältere Luft in den Toilettenräumen. Und vielleicht auch noch, dass die Seife kälter als das Wasser ist. Oder wenn sie draußen sind: Dann fühlen sie gleichzeitig die kalte Winter-Luft und die wärmere Luft, wo die Sonne hin scheint.
Diese Menschen fühlen verschiedene Temperaturen besonders gut. Sie wissen auch automatisch, was für ihren Körper gerade richtig ist. Zum Beispiel welche Kleidung sie am besten anziehen. Wenn sich die Temperaturen immer wieder ändern, dann kann das für diese Menschen schwierig sein zum Beispiel in der Pause raus müssen im Winter ebenso wie im Sommer. Es kann am Lernen hindern, da der Körper viel zu lange braucht sich wieder einzustellen, das Körpergefühl kann dadurch nachhaltig beeinträchtigt werden. Für sie ist es einfacher, wenn es gleich warm ist.
Beispiele für die Barriere „Temperaturunterschiede“
Es wird kalt, wenn während des Unterrichts gelüftet wird.
Überall ist es unterschiedlich warm – im Klassenraum, im Flur und auf dem Pausenhof.
Mir ist in der Schule oft zu warm und ich schwitze.
Das Wasser zum Händewaschen in der Schule ist kalt.
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Barriere 24 - Zu helles Licht
Die meisten Menschen brauchen helles Licht, damit sie richtig arbeiten können. Andere Menschen brauchen viel weniger Licht.
Viel Licht ist ihnen zu hell. Sie sind lieber dort, wo wenig Licht ist. Das ist für sie genau richtig. Helles Licht ist für diese Menschen ganz schlimm. Deshalb benutzen sie am Tag oft eine Sonnen-Brille. Oder einen Hut. Auch wenn die Sonne gar nicht scheint.
Die Sonnen-Brille und der Hut sind wichtig für diese Menschen. Sie schützen sie vor dem hellen Licht. Wenn man ihnen das verbietet, dann geht es ihnen ganz schlecht.
Die Lampen in Klassenzimmern und Gängen ist für diese Menschen ganz schlimm. Sie können dann nicht mehr lernen. Für manche reicht es auch nicht eine Brille oder einen Hut zu tragen.
Helles Licht stört diese Menschen sehr. Sie fühlen sich viel wohler, wenn es nicht so hell ist. Nur dann können sie gut denken und lernen.
Beispiele für die Barriere „Zu helles Licht“
Sonnenlicht scheint direkt von draußen auf mich.
Die Zimmerbeleuchtung scheint mir direkt ins Gesicht.
An manchen Stellen im Klassenraum ist es dunkel.
Es ist in der Schule sehr hell.
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Video zum Anschaun: Ein Beispiel
Barriere 25 - Spiegelbilder und Reflexionen
Wenn man in einen Spiegel schaut, dann kann man sich selber sehen. Auf anderen glatten Oberflächen kann man sich auch sehen. Zum Beispiel auf einer Glas-Scheibe. Oder auf glattem Wasser. Das Bild nennt man Spiegelbild. Für manche Menschen sind Spiegelbilder schwierig. Sie können nicht sehen: Was ist echt und was ist das Spiegel-Bild? Weil die Spiegelbilder so echt aussehen. Manchmal sieht man auf der glatten Fläche auch nur das Licht von einer Lampe. Oder von der Sonne. Das nennt man Reflexion.
Spiegel-Bilder und Reflexionen können sehr hell sein.
Für manche Menschen sind Spiegel-Bilder und Reflexionen zu hell. Sie sind so hell, dass die Menschen sonst nichts mehr sehen können. Man sagt auch: Das Licht blendet sie. So wie die Sonne. Wenn sie direkt in die Augen scheint. Für diese Menschen ist es so, dass sie dann gar nicht mehr denken können. Oder lernen. Zum Beispiel Spiegel oder große Fenster in Klassenzimmern. Toilettenräume mit Spiegeln. Dann wollen sie dort nicht sein oder immer wegschauen. Sie können sich dann nicht auf die Schule konzentrieren.
Diese Menschen fühlen sich wohler, wenn das nicht so ist.
Beispiele für die Barriere „Spiegelbilder und Reflexionen“
Mich blendet die Sonne, die sich am Haus gegenüber spiegelt.
Das Sonnenlicht spiegelt sich in der Uhr und blendet mich.
Beim Händewaschen sehe ich mich im Spiegel.
In der Klasse gibt es viele glänzende und spiegelnde Sachen.
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