schAUT-S - Selbstevaluationsraster zur inklusiven Schulentwicklung
Im Folgenden wird der schAUT-S Schulentwicklungscheck vorgestellt.
Der schAUT-S dient der Begleitung und Evaluation von Prozessen inklusiver Schulentwicklung. Dabei wurde der schAUT-S mit einem besonderen Fokus auf die Bedürfnisse autistischer Schüler:innen entwickelt.
Der Schulentwicklungscheck kann dazu genutzt werden den Ist-Stand inklusiver Prozesse zu dokumentieren und kurz- und langfristige Ziele festzulegen.
Aufbau des schAUT-S
Der schAUT-S ist in Form eines Rasters angelegt. Auf der linken Seite des Rasters (in grau) befinden sich 11 Kategorien inklusiver Schulentwicklung, welche in 3 Oberbereiche gegliedert sind.
Physischer Raum
Kognitiver Raum
Emotionaler Raum
In der obersten Zeile des schAUT-S (in rot, gelb, grün, blau) finden Sie die 4 Bewertungsstufen auf denen Sie sich einstufen können.
Vier Bewertungsstufen
Stufe 0
Die erste Bewertungsstufe ist die Stufe 0 (rot), kaum Barrierenreduktion. Sie bedeutet, dass der Abbau von Barrieren noch nicht weit fortgeschritten ist. Es besteht ein großer Bedarf spezifische Barrieren abzubauen, um eine umfassende schulische Teilhabe zu ermöglichen.
Stufe 1
(gelb) Ansätze von Barrierenreduktion bedeutet, dass die Schule die Grundvoraussetzungen für inklusive Lernen geschaffen hat und erste Schritte zur Barrierenreduktion unternommen werden. Es besteht jedoch noch Verbesserungsbedarf, um von individuellen Bemühungen zu einer gemeinsamen Praxis zu gelangen, die von der gesamten Schule getragen und in die Schul- und Unterrichtskultur integriert wird.
Stufe 2
Barrierenreduktion auf dem Weg bedeutet, das die Schule ein gutes Niveau in der Umsetzung von inklusiven Praktiken, insbesondere in Praktiken im Abbau von sensorischen und sozialen Barrieren erreicht hat. Empfehlungen von Expert:innen werden umgesetzt und sowohl individuelle als auch institutionelle Aspekte einer guten Praxis berücksichtigt.
Stufe 3
Weit fortgeschrittene Barrierenreduktion bedeutet, dass die Schule Bemühungen im Abbau von Barrieren zeigt, die über normale Erwartungen hinaus geht. Zusätzlich zu den wünschenswerten Qualitäten aus Stufe 2, werden Anforderungen erfüllt, die nur durch ein überdurchschnittliches Engagement und einer sehr guten Praxisexpertise realisiert werden können.
Drei Räume (11 Kategorien)
Die 11 Kategorien sind in 3 Räume unterteilt, den Physischen Raum, den Kognitiven Raum und den Emotionalen Raum.
Die Räume leiten sich vom Autistic SPACE Konzept ab. Wenn Sie mehr über das Konzept erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen im Kapitel 7 der Handreichung.
Bei der Bearbeitung des Rasters sollte jede der 11 Kategorien einzeln betrachtet werden. Zu jeder Kategorie gibt es passend zur Bewertungsstufe eine Beschreibung, die die Einordnung in das Raster erleichtern soll.
Praktische Nutzung
In der Praxis kann der schAUT-S zur Beschreibung des IST-Standes an der Schule genutzt werden.
Dafür erfolgt zunächst eine Betrachtung der einzelnen Kategorien und eine möglichst realistische Einordnung. Ganz wichtig ist dabei: Es geht um eine interne Analyse des IST-Standes ihrer Schule.
Nur mit möglichst ehrlichen Antworten kann dabei ein realistisches Bild über den Inklusionsprozess entstehen. Der schAUT-S soll dabei nicht genutzt werden, um die Schule bloßzustellen, oder ihnen Vorwürfe zu machen. Der Schulentwicklungscheck dient dazu, eine realistische Einschätzung zu ermöglichen.
Um Schulentwicklung zu gestalten, sollten zunächst die Kategorien bearbeitet, bei denen bisher kaum Barrierenreduktion festgestellt wurden. Die Beschreibung der nächst höheren Stufe kann dabei als Anregung genutzt werden, Maßnahmen zu finden, die darauf ausgerichtet sind diese Stufe zu erreichen. Es kann dabei gut sein, dass Sie auf Aspekte stoßen, die eine Einschätzung auf eine höhere Stufe noch nicht zulassen, die sich jedoch ohne größeren Aufwand verändern lassen. Entsprechende Maßnahmen sollten schnellstmöglich umgesetzt werden, da das Potential einer Barrieren-ärmeren Schule möglicherweise bereits strukturell vorhanden, aber noch nicht ausgeschöpft ist.
Regelmäßige Überprüfungen sind wichtig, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu beurteilen und sie kritisch zu reflektieren. Im schulischen Alltag können aus verschiedenen Gründen auch Rückschritte passieren. Diese sollten erkannt und bearbeitet werden. Auch hierbei ist der schAUT-S hilfreich. In einem Barrieren-sensiblen Schulentwicklungsprozess sind Wachsamkeit, Kreativität, Lösungsorientierung und Flexibilität von großer Bedeutung. Da auch scheinbare Misserfolge wichtige Informationen für die Weiterentwicklung liefern.
Der IST-Zustand an Ihrer Schule
Nun wollen wir Sie gerne ermutigen anhand des schAUT-S Schulentwicklungschecks gemeinsam den IST-Zustand an Ihrer Schule zu besprechen. In der folgenden Präsentation werden Sie dafür Schritt für Schritt in die einzelnen Bereiche des schAUT-S geleitet.
Wie Sie bereits erfahren haben, lassen sich die einzelnen Kategorien verschiedenen Räumen zuordnen. Wählen Sie zur weiteren Bearbeitung in der Übersicht, aus der Präsentation, zunächst den Raum, dem sich die bereits in Modul 3 bearbeiteten Barrieren zuordnen lassen.
Ordnen Sie sich anschließend bei jeder Kategorie auf einer der Bewertungsstufen ein, und dokumentieren Sie die Einstufung auf den ausgedruckten Bewertungsrastern z.B. durch ankreuzen oder mit Hilfe von Textmarkern.
So können Sie in Zukunft Fortschritte schnell mit dem aktuellen Stand vergleichen. Besprechen Sie außerdem in welchen der Kategorien die in Modul 3 besprochenen Maßnahmen ggf. bereits dafür sorgen, dass Sie die nächst höhere Bewertungsstufe erreichen. Bearbeiten Sie anschließend die beiden anderen Räume.
Wichtig: Es soll bei der Einordnung um eine möglichst ehrliche Einschätzung gehen, die Entwicklungsprozesse sichtbar machen soll.
Öffnen Sie nun die Präsentation "Einstufung im schAUT-S"
Wir wünschen viel Erfolg!